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Der WDR und das Ruhrgebiet

Der Westdeutsche Rundfunk tut sich gerne schwer, die lokalen Gegebenheiten unseres Bundeslandes zu akzeptieren. Exemplarisch ist hier die alljährliche Liveübertragung des Rosenmontagszuges aus Köln zu erwähnen, währenddessen die Umzüge in Düsseldorf und Aachen praktisch gar nicht live gesendet werden. Aus der jüngeren Vergangenheit ist unter anderem als Beispiel die Übertragung der Kölner Lichter und die Nichtübertragung des Still-Leben Ruhrschnellweg im Rahmen von RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas zu nennen; ersteres findet jährlich statt und der WDR ist mit einer mehrstündigen Liveübertragung dabei – letzteres war eines der Leitprojekte innerhalb des Kulturhauptstadtjahres und der Kölner Sender hat es nicht für nötig gehalten, diese einmalige Gelegenheit zu nutzen. 1

Seit gestern sendet der WDR in seinem Hörfunkprogramm WDR2 statt den Regionalnachrichten nun “Regionalmagazine”. Konzeptionell könnte das eine gute Sache werden, sollen nun doch unteren anderem längere Hintergrundberichte gesendet werden. 2 Allerdings finde ich es irgendwie komisch, wenn die für NRW zuständige Landesrundfunkanstalt, die lokalen Gegebenheiten ignoriert. So findet sich folgender Hinweis 3, wie die neuen “Regionalmagazine” heißen:

[...]
WDR 2 für das Ruhrgebiet
WDR 2 für Rhein und Ruhr
[...]

In der Pressemitteilung 4 heißt es:

Die Sende- und Berichtsgebiete der neuen Magazine bleiben unverändert. WDR 2 wird auf acht Frequenzen bzw. in die acht folgenden Magazine auseinandergeschaltet: [...] WDR 2 für das Ruhrgebiet (Studio Dortmund), WDR 2 für Rhein und Ruhr (Studio Essen und Studio Düsseldorf im Wechsel), [...]

Demnach gehört Essen und alles, was westlich davon liegt, also nicht mehr zum Ruhrgebiet. Wenn ich mich nicht vollkommen irre, empfange ich in Bochum auch “WDR2 für Rhein und Ruhr” 5 – ist das Ruhrgebiet aus Sicht des Kölner Senders also nur ein kleiner Bereich rund um Dortmund?!

Nach allgemeiner Definition umfasst das Ruhrgebiet in seiner West-Ost-Ausdehnung den Raum von Duisburg/Kreis Wesel bis Dortmund/Kreis Unna. Doch das ignoriert der Kölner Sender, indem er die Gebietsaufteilung für die Regionalnachrichten (vor Jahren) festgelegt hat. Die Modernisierung der Regionalnachrichten wäre ein guter Zeitpunkt gewesen, auch die Sendegebiete neu zu sortieren. Insofern stellt sich die Frage, warum der Kölner Sender in einem Teil des Ruhrgebiets “Lokalnachrichten” aus Düsseldorf – einer Stadt, die gar nicht zum Ruhrgebiet gehört – sendet, und das Ruhrgebiet in zwei Hälften teilt, sodass man nicht mitbekommt, was in der Nachbarstadt (bspw. Bochum/Dortmund) passiert? Davon abgesehen, interessiert es mich persönlich nicht wirklich, was “lokal” in Düsseldorf passiert. Was hingegen in direkter Nachbarschaft (Essen, Dortmund, Herne etc.) passiert wird einem aufgrund der willkürlichen Aufteilung vorenthalten.

Insofern bestätigt dies nur das alte Bild, dass der WDR in erster Linie ein Kölner Sender (amtlicher Name: “Westdeutscher Rundfunk Köln”) ist und das Ruhrgebiet (eigener Tatort hin oder her) nicht als eigenständige Region ansieht. Hier wurde eine Chance verpasst!


  1. Siehe auch Jens Matheuszik, Versagen des WDR zur Duisburger Trauerfeier zur Loveparade 2010, Pottblog vom 24. Juli 2011.
  2. Siehe Meldung bei WDR2.de.
  3. Siehe Fn. 2.
  4. Westdeutscher Rundfunk Köln, WDR 2 sendet ab 9. Januar neue Regionalmagazine aus den NRW-Studios, Pressemitteilung vom 04. Januar 2012.
  5. Zumindest stand im Autoradio bisher immer “WDR2 RR” während der Regionalnachrichten.
    Nachtrag 10. Jan. 11, 19.00 Uhr:
    Heute stand im Display des Autoradios “WDR2 DO” und die Nachrichten hießen “WDR2 für das Ruhrgebiet” – hat sich vielleicht doch etwas am Zuschnitt getan?!
    Nachtrag 11. Jan 11, 08.51 Uhr:
    Am Zuschnitt hat sich nichts geändert. In der Küche wird nach wie vor WDR2 RR/”WDR2 für Rhein und Ruhr” empfangen; heute mit Nachrichten zum PFT-Skandal, aus Neuss und aus Kamp-Lintfort – beides Städte, die außerhalb jeden Verdachts stehen, zum Ruhrgebiet zu gehören.

Hinweis GzN: Geschlossen.

Hinweisen möchte ich auf den Beitrag “Geschlossen.” in meinen Gedanken zur Nacht, der sich mit der aktuellen Diskussion bzgl. der Novellierung des Nichtraucherschutzgesetzes und des Ladenschlussgesetzes befasst.

Hinweis: GzN – Gefällt mir. Nicht.

Hinweisen möchte ich auf den Beitrag “Gefällt mir. Nicht.” in meinen Gedanken zur Nacht, der sich mit der aktuellen Diskussion um den “Gefällt mir”-/”Like”-Button von Facebook und einigen Überlegungen zum Datenschutz befasst.

Wer sein Fahrrad liebt, fährt lieber nicht Bus und Bahn…

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Fahrrad ergänzen sich wunderbar – sollte man meinen. Aber nicht hier, wo der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr als Zweckverband den ÖPNV koordiniert. Wie dieser Tage zu lesen war, musste ein Schüler schon dreimal zahlen, weil sein Fahrrad 1 “schwarz” gefahren ist. Laut den Allgemeinen Beförderungsbedingungen 2 des VRR werden Sachen und Tiere grundsätzlich kostenfrei befördert. Dies gilt jedoch nicht, für Fahrräder. Es wird dann ein Zusatzticket für 2,60 Euro pro Fahrt und Fahrrad fällig. 3 Ist das Fahrrad allerdings ein Klapprad, dann wird es doch kostenfrei befördert. – Letzteres erinnert ein wenig, an das deutsche Umsatzsteuerrecht.

Nichts bezahlen müssen übrigens Abonnenten von Monatstickets; diese können i. d. R. auf Ihrem Ticket (nach 9 Uhr) kostenfrei ein Fahrrad mitnehmen.

Wie dem auch sei, ist es unverständlich warum ausgerechnet für Fahrräder eine Ausnahme gilt. (Ich könnte nun auch auf die aktuelle Berichterstattung zur fahrradunfreundlichen Stadt Bochum eingehen – allerdings gelten die Regelungen im gesamten VRR-Gebiet.) Man nimmt eigentlich an, dass auch ÖPNV-Betreibern daran gelegen ist, dass Fahrradfahrer ihre Angebote als sinnvolle Ergänzung annehmen. Oder wie im oben geschilderten Fall sogar drauf angewiesen sind. Hier springt einem der Nutzen beider Seiten dieser sinnvollen Verknüpfung doch förmlich ins Auge.

Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die Zahl der beförderten Fahrräder auf einmal explodieren wird: Zum einen ist schon jetzt ein Großteil der ÖPNV-Kunden berechtigt kostenfrei Fahrräder mitzunehmen. Zum anderen sind in einem Linienbus vier Plätze für Fahrräder vorgesehen – aber haben Sie jemals mehr als zwei Fahrräder in einem Bus gesehen?! Daher denke ich auch nicht, dass hier große Umsatzeinbußen zu befürchten sind.

Wenn man mehr Menschen vom Auto auf alternative Fortbewegungsmittel bringen will, sollte man hier für eine möglichst reibungslose Nutzbarkeit sorgen. Insofern: Freie Fahrt für Fahrräder in Bus und Bahn!


  1. Genauer: Ein BMX, welches ein nach Straßenverkehrsrecht für den öffentlichen Straßenraum untaugliches Gefährt darstellt.
  2. Teil B, Nr. 7 der Tarifbestimmungen des VRR i. d. F. August 2011.
  3. Im Gespräch ist übrigens eine Erhöhung des Preises auf bis zu 3,50 Euro pro Fahrt und Fahrrad.

Wat schön’res gibbet nich als wie Currywurst

Gestern in München: Dort hatte der Bundesfinanzhof, Deutschlands oberstes Finanzgericht, zwei Urteile 1 bekannt gemacht, die sich beide mit der Besteuerung von Speisen bei “Abgabe an Imbissständen” befassen. Kurz gesagt geht es um die Frage, ob der volle Umsatzsteuersatz in Höhe von 19 Prozent, oder der ermäßigte Steuersatz in Höhe von sieben Prozent fällig wird.

Gemäß dem Urteil, kommt dies darauf an, ob (bspw.) eine Currywurst als “Restaurationsleistung” (19 Prozent), oder als Lebensmittel (sieben Prozent) zu qualifizieren ist – was eigentlich keine große Überraschung ist, wenn man sich ein bisschen mit der Materie Umsatzsteuer befasst. 2 Nun galt es aber zu qualifizieren, wann die Currywurst eine “Restaurationsleistung” ist. Hier kommt es darauf an, ob man sie im Stehen (sieben Prozent) essen (muss), oder man sich auch hinsetzen (19 Prozent) kann. Wenn jedoch die Sitzgelegenheiten einem Dritten gehören, gilt – Sie ahnen es – der ermäßigte Steuersatz in Höhe von sieben Prozent.

Als hätte unser deutsches Steuerrecht nicht schon genug Absurditäten zu bieten 3, ist doch gerade das Umsatzsteuerrecht inzwischen für seine nicht nachvollziehbaren Regelungen bekannt. 4 Und jeder Politiker verspricht inzwischen “da ‘ran” zu wollen. Ich plädiere ja für einen radikalen Ansatz: Auf alles der volle Satz, ausgenommen Lebensmittel, Getränke, Presse und Literatur. Fertig. Da eine “Restaurationsleistung” meiner Meinung nach – trotz allem – in erster Linie der Ernährung dient, habe ich kein Problem damit, diese als Lebensmittel zu qualifizieren, womit obiges Problem auch erledigt wäre. – Ich bezweifel’ jedoch, dass ich dies innerhalb eines überschaubaren Zeitraums erleben werde.

Schließen möchte ich in diesem Zusammenhang mit den Worten eines Arbeitskollegen: “Der Ö-Rechtler mach Ö-Recht, der Steuerrechtler macht Steuerrecht.” 5


  1. BFH, Urt. v. 30. Juni 2011 — V R 35/08 und Urt. v. 30. Juni 2011 — V R 18/10
  2. Das ist übrigens auch der Grund, warum bei den großen Burgerbratereien immer gefragt wird: “Hier oder zum Mitnehmen?”
  3. Beispiel gefällig? – § 52 EStG: Ein Paragraph mit 67 (!) Absätzen.
  4. Exemplarisch sei hier nur an die unterschiedliche Besteuerung von Eseln und Maultieren erinnert.
  5. Steuerrecht gehört (eigentlich) zum Ö-Recht…

Spam von Jessy [Update]

Spam – mehrmals täglich per E-Mail. Dank eines recht gut funktionierenden Spam-Filters keine große Sache. Ich würde hier eigentlich keine weiteren Schritte einleiten. 1

Dieses Mal ist der Fall jedoch anders gelagert: Spam per SMS – und schon bekommt die ganze Sache eine ganz andere Dimension.

Spam von Jessy

Nun ja, was soll ich sagen…?! Fakt ist, dass ich äußerst sparsam mit der Nummer umgehe. Ich vermute daher, dass es eine SMS an einen Haufen aufeinander folgender Nummern war. Ist eigentlich auch egal. Jedenfalls will ich die Sache dieses Mal nicht auf sich beruhen lassen.

In allen Fällen, in denen Verbraucherinteressen auf dem Gebiet der Telekommunikation betroffen sind, kann man sich an die Bundesnetzagentur (BNetzA) 2 wenden und dort den Missbrauch von Rufnummern melden. Dies funktioniert übrigens nicht nur bei SMS-Spam, sondern auch bei Telefonwerbungspam, bei Fax-Spam etc. Regelmäßig sperrt die BNetzA Rufnummern von unseriösen Anbietern und verhängt Inkassoverbote 3 und Bußgelder. 4

Meinen Mobilfunkanbieter habe ich auch informiert, vielleicht ergreift dieser unabhängig von der BNetzA weitere Maßnahmen, zum Beispiel eine Nummernsperre oder dergleichen.

Ich bin mal gespannt, was aus der Sache wird. Ich bleibe dran und werde wieder berichten. Falls jemand “sachdienliche Hinweise” hat, sind diese sehr willkommen 5!

[Update]Inzwischen bekam ich vom Netzbetreiber die Mitteilung, dass ihm die Hände gebunden sind. Ich könnte aber – bei Bedarf – (wohl kostenpflichtig, wobei ich hier dann intervenieren würde) eine neue Nummer bekommen.

Auch die BNetzA hat sich inzwischen gemeldet: Ich habe eine Vorgangsnummer erhalten. Weitere Informationen können erst nach abgeschlossener Ermittlungsarbeit – was etwas Zeit in Anspruch nehmen kann – mitgeteilt werden. Ich habe mir für Anfang September 2011 eine Erinnerung eingetragen und werde dann mal bei der BNetzA nachfragen, wie der Stand ist.[/Update]


  1. Theoretisch wäre dies mittels des UWG möglich, § 7 Abs. 1 UWG i. V. m. § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG.
  2. Mit vollem Namen: Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen; früher: Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP).
  3. Die offenen Rechnungen der betroffenen Unternehmen dürfen dann nicht mehr eingezogen werden.
  4. Die BNetzA stellt eine regelmäßig aktualisierte Liste ihrer Maßnahmen ins Netz.
  5. Am besten per E-Mail: chr-m@gmx.net.

Kemnade in Flammen – oder so. [Update]

“Das wird das Highlight des Abends…”, sagte ein Kollege spaßeshalber, als eine Junge Dame von der DLRG sich abmühte den VW Bulli möglichst heile durch die Menschenmassen und die Stände zu fahren. Es sollte sich bewahrheiten – aber fangen wir vorne an. Positiv ist zu erwähnen, dass das Glasverbot durch zwei Kontrollpunkte 1 auf dem Weg konsequent durchgesetzt wurde. Wie immer bei den Umsonst&Draußen-Veranstaltungen waren recht viele (teils alkoholisierte) Jugendliche anwesend, die sich aber recht ordentlich benahmen. 2 Oder wie treffend formuliert wurde:

Der Rigo grad: “Ich glaub wir werden alt.” – “Das merkst du doch schon daran, dass wir mit dem Auto kommen!” – Kemnader See in Flammen…

Quelle

Essen und Getränke 3 gab es reichlich – wobei der Stand einer bekannten Bochumer Metzgerei wesentlich mehr Zulauf hatte, als die andere Stände, die “Wurstwaren” anboten. ;)

Nun ja, jedenfalls sollte – sofern man das Programm richtig deutet – um 22.00 Uhr das Feuerwerk beginnen. Im Vorfeld dessen wurde noch fleißig gewerkelt:

Da werden noch schell, hektisch die letzten Strippen verlegt. Na, ich bin ja mal gespannt…!

Quelle

 

Noch hektischer wird da gerade der letzte Act aufgebaut, der wohl zum Feuerwerk spielen soll. – Kann wohl noch was dauern… -.-

Quelle

Mit gut fünfundvierzigminütiger Verspätung 4 nahm dann gegen 22.45 Uhr das Drama seinen Lauf: Zu Beginn lief ein (gefühlt) fünfminütiger Countdown – musikalisch dramatisch untermalt – ‘runter. Warum dieser solange war – man weiß es nicht so recht…! Jedenfalls sorgte er für eine ordentliche Erwartungshaltung seitens des Publikums. Dann ging es mit einem ersten Abschuss von Raketen los. Eine “Rockband” spielte rechts auf dem Ponton “Money for Nothing”, umrahmt von wechselnden Flammenspiel. Und zwar solange, bis der Strom ausfiel.

Und die Katastrophe nimmt ihren Lauf: Ton weg, Feuerwerk weg. :D … Geht weiter: Und die Band spielt VOLL(!)Playback! OMG!

Quelle

Der Schrecken stand uns und den anderen um uns herum ins Gesicht geschrieben. Wie kann das denn sein?! Die Bang reagierte jedoch erst einmal geschickt und machte ein paar Dönekes mit dem Publikum. Auf einmal war der Ton jedoch wieder da – womit die Band jedoch nicht rechnete… Okay, dass sie die Instrumente nicht “live” spielen – geschenkt. Aber wenigstens der Gesang hätte doch live sein können!

Weiter ging es dann auf der linken Seite des Pontons. Dort stand der jemand, der entfernt an die Jungs vom Safri Duo erinnerte – die Musik wurde dancelastiger, was durchaus zu einem Feuerwerk passende Untermalung sein kann. Vom gewohnt/erwarteten Höhenfeuerwerk war jedoch weiterhin keine Spur; dafür wurden die Effekte weiterhin mit den übergroßen Bunsenbrennern und “Funkenkanonen”erzeugt . Und dann der vermeintliche Höhepunkt:

Ton und Feuerwerk weg – die Zweite! Jetzt wird’s peinlich!

Quelle

Die Stimmung war auf dem Tiefpunkt angekommen. Eigentlich konnte die Situation nur durch ein berauschendes Höhenfeuerwerk gerettet werden. Na ja, das kam dann auch. Wie ich auf dem Rückweg erfahren hatte, war es wohl um die 35 bis 40 Sekunden lang gewesen. 5 Insofern war ich mit meiner Einschätzung noch recht optimistisch:

Mich beschleicht so ein Gefühl, dass die 1,5 Minuten Höhenfeuerwerk (Rest: Geplänkel mit ein bisschen Flammen) alles waren! Ohne Worte!

Quelle

Alles in allem kann man festhalten, dass das Feuerwerk ein Reinfall war. Die sah auch die Mehrzahl der Anwesenden so, was man den Gesprächen auf dem Weg zum Parkplatz entnehmen konnte. Festhalten muss man jedoch, dass in diesem Jahr ein neuer Veranstalter die Fäden in der Hand hatte – insofern ist es nur fair der Truppe am Montag bzw. im kommenden Jahr 6 eine zweite Chance zu geben! Dennoch soll das den heutigen Totalausfall keinesfalls beschönigen – es geht besser, wie die Vorjahre zeigten.

[Update] Auch in den Berichten von WAZ/derwesten.de und Ruhr-Nachrichten ist vom Unmut vieler Besucher bzgl. des Feuerwerks zu lesen. Darüber hinaus machten/machen viele Besucher ihrem Ärger auf der Facebook-Seite von Kemnade in Flammen luft. Befremdlich finde ich die Aussage vom Veranstalter, dass er positives Feedback bekommen haben will.

Ich habe von den Leuten hier und den Gastronomen total gutes Feedback bekommen, und die sind mein Wertmesser.

Onur Öztorum, 4Works; Quelle

Mag schon sein, dass die Gastronomen meldeten, dass sie gute Umsätze erwirtschafteten – das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Großteil der Besucher von dem Feuerwerk – und laut Berichten von WAZ und RN – auch von der Organisation (Bimmelbahn, Parkplätze) ziemlich enttäuscht sind. Ich hoffe insofern, dass die Verwaltung vom Freizeitzentrum Kemnade das “neue Konzept” einer kritischen Überprüfung unterzieht und für das kommende Jahr die nötigen Schlussfolgerungen – insb. in Sachen Feuerwerk – zieht. Zurück zum alten Kirmen-Fest wäre jedoch der falsche Weg![/Update]


  1. Mit Taschenkontrolle.
  2. Was auch nicht immer der Fall ist.
  3. Leider kein Fiege… – wobei ich eh der Fahrer war…
  4. Gegen 10, 15 Minuten sagt ja niemand etwas – aber 45 ist schon eine Hausnummer!
  5. Die “Handy-Filmer” können ja recht gut mitstoppen, was das angeht.
  6. Ich bin Montag nicht vor Ort.

Wahlkrampf [Update]

Einmal im Jahr ist Wahlkampf an der Uni, da wird das “Studierenparlament” 1 (StuPa), welches wiederum den Asta 2 wählt, neu gewählt. Da wird die gesamte Uni mit Wahlplakaten, Flyern, Posten und was-weiß-ich-nicht-alles zugepflastert. Zwischenzeitlich werden sogar neue Flyer unters Volk (in die Hörsäle) gebracht – es könnte ja sein, dass jemand etwas nicht mitbekommen hat. 3 Ich möchte nicht wissen, welche Unsummen alleine für den Papierberg drauf gehen. Und ob diese Ausgaben in einem Verhältnis zur “Macht” des StuPas stehen darf bezweifelt werden.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die Wahlbeteiligung in den letzten Jahren im Schnitt irgendwo bei 13 bis 15 Prozent lag, bekommt dieses Schauspiel ganz absurde Züge. Und ja, ich stehe offen dazu, dass ich zur großen Mehrheit derer gehöre, die nicht wählen gehen. Warum? Alle, die sich zur Wahl stellen versprechen einem die berühmte “Eierlegende Wollmichsau”. Wie das endet dürfte bei kurzem Nachdenken klar sein! In diesem Punkt stehen die “Parteien” 4 ihren “großen Vorbildern” in der “richtigen Politik” nämlich in nichts nach. Da wird mehr Toilettenpapier gefordert, der politische Gegner angegriffen, Geldverschwendung angeprangert, mehr Parkplätze gefordert, eine bessere Anbindung per ÖPNV (zusätzlich zur U35 ein Bus zwischen Hbf und RUB), der Neubau des GD gefordert, der Neubau des GD nicht gefordert, und weiß-der-Geier-was. Und bei all dem ist nicht zu vergessen, dass ein gewisser schwarzer Ritter eh unbesiegbar ist. So ein – Verzeihung – Bullshit. Das kann man sich mit Verstand nicht antun.

Und mal davon ab: Wozu der Asta ein Referat für “Grund- und Freiheitsrechte” (früher gab es sogar mal eins für den “Weltfrieden” und sonstigen Klimbim) haben muss, entzieht sich meinem Verständnis. Aber nun ja, wenn in Berlin um Posten und Pöstchen geschachert wird, dann doch auch beim Asta der RUB.

[Update: Inzwischen sind die Stimmen ausgezählt, die bisherige Koalition wird wohl weitermachen. Dennoch muss man sich fremdschämen:

Zusammengeknüllte Positionspapiere fliegen durch die Luft und an die Köpfe der Konkurrenz, die Linke Liste hat die roten Fahnen mitgebracht und im Foyer dröhnt der Punkrock aus den Boxen. Die konservative Liste der Naturwissenschaftler (NAWI), die sich im Wahlkampf als „pragmatisch“ positionierte, nimmt in der Tat zupackend die Tische im Hörsaal HGB 10 auseinander. Alle trinken fleißig Bier, das Rauchverbot ist außer Kraft: Die Auszählung der Stimmen der SP-Wahlen ist traditionell eine wilde Angelegenheit.

Quelle: WAZ/derWesten.de

Keine weiteren Fragen.]


  1. Klingt zumindest sehr wichtig.
  2. Sowas, wie die “Regierung”…
  3. Eigentlich ausgeschlossen, wenn man bedenkt, wie zugemüllt die Hörsäle mit den Flyern sind.
  4. Gemeint sind alle Gruppierungen, nicht nur die “parteinahen” wie RCDS, Juso-HG, GHG, LHG.

Selbsterstelltes Armutszeugnis

War das denn gestern für eine Aktion der KÖR-Unternehmen? Wer bitte? Die KÖR. Die “Kooperation östliches Ruhrgebiet” – der Zusammenschluss 1 der ÖPNV-Unternehmen BoGeStra (Bochum/Gelsenkirchen), DSW21 (Dortmund), HCR (Herne/Castrop-Rauxel), Vestische (Kr. Recklinghausen). Unisono stellten die Kooperationsunternehmen gestern Abend den Verkehr komplett ein – aufgrund von Schnee- und Eisglätte.

Aufgrund dessen fand ich mich dann gestern Abend im Auto wieder, da ich als “Taxi” angefordert wurde… Wie dem auch sei; ich konnte mich demnach also selbst von den Straßenverhältnissen überzeugen. Und ich muss feststellen: Es war nicht glatter als die Tage zuvor. Ich will gar nicht bestreiten, dass es natürlich Stellen 2 gibt, die unter Umständen nicht mehr angefahren werden können. Diese Stellen sind jedoch meist stadtbekannt, sodass sich die Fahrgäste (Information vorausgesetzt) darauf einstellen können. Warum man jedoch gestern den Verkehr komplett eingestellt hat, ist mir nach wie vor schleierhaft.

Der Verweis auf “höhere Gewalt” ist mir inzwischen auch zu pauschal. Zumindest die Haupt- und Verbindungsstraßen sind befahrbar und waren es auch gestern Abend. Es wird auch kaum ein Fahrgast dem Busfahrer den Hals umdrehen, wenn er zur Zeit nicht ganz pünktlich fahren kann – viele dürften froh sein, wenn sie sich die durch solche Aktionen entstehenden Kosten fürs Taxi sparen können.

Nun ja, so genau wissen wohl nur BoGeStra und Co., was sie gestern dazu bewogen hat, sich dieses Armutszeugnis auszustellen.


  1. Durch den Zusammenschluss sollen Synergien genutzt werden, bspw. im Rahmen von gemeinsamen Fahrzeugkäufen.
  2. Bspw. die Wiemelhauser Str./Bruchstraße oder die “Stiepeler Alpen” in Bochum oder den Dortmunder Süden.

Hinweis: GzN – Parlamentarische Zwänge

Hinweisen möchte ich auf den Beitrag “Parlamentarische Zwänge” in meinen Gedanken zur Nacht, der sich mit der Zustimmung der Grünen in NRW zum geplanten neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag auseinandersetzt.


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